Baden-Württembergische Literaturtage

„Ein Festival der Autoren und des Publikums” – Die Baden-Württembergischen Literaturtage in Konstanz sind am 5. November, nach drei Wochen zuende gegangen.

Mit einem Poetry Slam und einem Tag, der nochmals die ganze Bandbreite des Literaturfestes aufzeigte, gingen die Baden-Württembergischen Literaturtage in Konstanz vergangenen Donnerstag zuende.

Knapp 17.000 Besucher haben über 80 Veranstaltungen, an den unterschiedlichsten Orten besucht. Dazu kommen noch viele literarische Aktionen wie das Lyriktelefon, Bookcrossing oder die Installation „Turners Geschichte”. Über 80 Akteure, Schriftsteller und Künstler aus der Region, aus Baden-Württemberg und ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz waren zu Gast in Konstanz. Zahlreiche Kooperationspartner aus den Bereichen Kultur, Bildung und Wirtschaft beteiligten sich am Programm. Netzwerke wurden gefestigt und neu geschaffen. Brücken wurden gebaut zwischen Autoren und Besuchern, zwischen Menschen und den vielfältigen Kulturorten der Stadt und grenzüberschreitend in Kreuzlingen.

„Die Baden-Württembergischen Literaturtage waren ein Festival der Autoren und des Publikums. Für mich, der ich viele Literaturfestivals begleitet habe, zählen die diesjährigen Landesliteraturtage zu den gelungensten der letzten Jahre, Fellbach, Ettlingen, Konstanz – diese drei Literaturtage haben sich bei den Schriftstellern des Ländles positiv ins Gedächtnis eingegraben”, so Mathias Kehle vom Verband deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg.

Besucher trafen durch die verschiedenen Veranstaltungen auf Orte, die sie bislang noch nicht kannten und an denen sie Literatur nicht unbedingt erwarteten; wo aber Geschichten erfahrbar wurden. Zum Beispiel bei der Lesung von Angelika Overath im Hangar des Flughafens – passend zu ihrem Roman „Flughafenfische“. Overath selbst erlebte die Lesung als „rundum beglückende Erfahrung”. Oder bei dem abschließenden Poetry Slam, bei dem sich ein sehr junges Publikum mit einem klassischen Literaturpublikum mischte – Literatur als Brücke zwischen den Generationen. Räume sind Ort der Handlung, als auch Abbild des Erzählten selbst. Gesucht waren Räume für Literatur, Räume für Lyrik, Räume für Literaturbegegnungen.

Mit dem Projekt „LiteraturfindetStadt” am verkaufsoffenen Sonntag wurde das Literaturgeschehen in den Alltag transportiert. Zahlreiche Menschen strömten in das Literaturzelt, ließen sich Geschichten von Christian Y. Schmidt aus China und Märchen aus dem deutschsprachigen Raum erzählen, nahmen teil an Kurzlesungen und anderen literarischen Aktivitäten.

Grenzenlos war das Motto – ganz unterschiedlich loteten es die Autoren und Autorinnen aus. Vom puren Erzählen mit den vielen feinen und großen Unterschieden aus der Schweiz, Österreich und Baden-Württemberg, über Junge Lyrik, die verschiedener nicht sein konnte, über Romane aus fremden Kulturräumen, über das Schreiben und Denken in anderer Sprache bis hin zum Übersetzen. Jazz begegnete der Literatur, Bildende Kunst traf auf Sprache und mit dem Projekt „Die Literatten” auch auf den Alltag. Hier wurde zeitgenössische Literatur in den Stadtraum geschleust.

Die Autoren nahmen die Besucher mit auf viele Reisen: in ferne Länder, in die Vergangenheit, in zeitgenössische Konfliktzonen, in das Leben und Arbeiten der Schriftsteller. Inspirierende Gespräche zwischen Autoren, Moderatoren und Besuchern machten eine um die andere Lesung zu echten Begegnungen. Das anhaltende Interesse und die Treue der Besucher über die gesamte Dauer der Baden-Württembergischen Literaturtage waren besonders erfreulich.

„Die Literaturtage haben wieder einmal gezeigt: in Konstanz gibt es ein engagiertes Publikum, das gerne bereit ist, den Blick zu weiten, vertraute Pfade zu verlassen und sich auf das Abenteuer Literatur in all seinen Formaten und Facetten einzulassen. Was bleibt? Die Begeisterung der Besucher ist Ansporn, der Literatur auch weiterhin Raum zu geben, Netzwerke weiter auszubauen und zu pflegen und neue Formate zu finden und anzubieten,” so das Resümée von Angelika Braumann, der Leiterin des Kulturbüros.

In Kürze wird auf der Homepage der Literaturtage eine Dokumentation eingestellt, Bilder der Veranstaltungen sind dort bereits zu finden.

Im Waldgut Verlag wird Anfang Dezember die Anthologie mit Autoren der Baden-Württembergischen Literaturtage herausgegeben.

Kulturbüro Konstanz
Wessensbergstraße 39
D – 78462 Konstanz
Tel. 0049 (0)75 31 / 900 900

Literaturtage im Internet: www.literaturtage-konstanz.de/

Quelle: Stadt Konstanz

Posted on Dienstag, November 24th, 2009
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Forum Allmende bei den Literaturtagen

Vor zehn Jahren gründeten Autoren und Literaturinteressierte in Konstanz die literarische Gesellschaft Forum Allmende. Ziel: Das literarische Leben im Südwesten sollte grenzübergreifend belebt werden.

Jacob PicardZu den Aktivitäten gehören bisher u.a. die Herausgabe von Büchern, die Wiederentdeckung vergessener Autoren, Lesungen, eine Jacob-Picard-Lesereihe und jährliche Ausstellungen im Hermann-Hesse-Höri-Museum. Im Rahmen der Baden-Württembergischen bringt sich das Forum Allmende mit einigen Veranstaltungen ein:

Freitag, 30. Oktober, 18 Uhr, Kulturzentrum am Münster, Picard-Saal

Jacob Picard am Bodensee

Jacob Picard gilt als der Dichter des jüdischen Landjudentums, der mit ungemein zarter, plastischer Stimme an das Miteinander in der christlich-jüdischen Gemeinde Wangen im ausgehenden 19. Jahrhundert erinnert. Picard wurde 1883 in Wangen auf der Höri geboren. 1895 übersiedelte die Familie nach Konstanz. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg erschienen zahlreiche Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften; 1913 kam sein erster Gedichtband „Das Ufer” heraus. Während des Nationalsozialismus floh er in die USA und siedelte erst Ende der 1950er Jahre wieder nach Deutschland über. 1964 verlieh ihm die Stadt Überlingen den Bodensee-Literaturpreis. Picard starb im Oktober 1967 in Konstanz. Der Schauspieler Georg Melich, Theater Konstanz, liest aus den Texten Picards. Moderation: Ute Hübner, Hermann-Hesse-Höri-Museum.

Freitag, 30. Oktober, 19.30 Uhr, Kulturzentrum am Münster, Picard-Saal

Buchvorstellung: Eduard Reinacher „Bohème in Kustenz”

Nach dem Ersten Weltkrieg erlebt das behäbige Konstanz eine Invasion der Künstler: Mit Oskar Wöhrle kommt ein umtriebiger Verleger in die Stadt, eine expressionistische Zeitschrift erscheint, das Theater erhält neue Impulse, die Künste blühen auf. Doch wie wird dieser „alemannische Montmartre” (Norbert Jaques) in der Bevölkerung aufgenommen? Der elsässische Autor Eduard Reinacher, damals selbst am Bodensee lebend, gibt in „Bohème in Kustenz” von 1929 ein satirisches Bild der damaligen Umtriebe. Der Schlüsselroman erscheint nun als Band 7 der „Reihe Forum Allmende” neu. Der Herausgeber, Peter Salomon, gibt eine Einführung. Frank Lettenewitsch, Schauspieler am Theater Konstanz, trägt eine Auswahl an Texten vor. Eintritt frei.

Samstag, 31. Oktober 13.30 -18.30 Uhr, Kulturzentrum am Münster, Literaturlounge

Marathonlesung: grenzen los schreiben

Ein Dutzend schreibender Mitglieder des Forums Allmende stellen sich mit eigenen Texten vor. Kommen Sie vorbei und hören Sie zu! Moderation: Tonio Paßlick und Markus Manfred Jung. Eintritt frei.

Das gesamte Programm der Literaturtage und weitere Informationen unter

Informationen und Vorverkauf

www.literaturtage-konstanz.de

Kulturbüro Konstanz
Wessensbergstraße 39
D – 78462 Konstanz
Tel. 0049 (0)75 31 / 900 900

Quelle: Stadt Konstanz

Posted on Montag, November 2nd, 2009
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